Zusatzbeitrag der gesetzlichen Krankenkassen

Gesetzliche Krankenkassen schröpfen Versicherte

Verwaltungskosten von 8,3 Milliarden Euro

Senken des Eigenaufwands der Kassen und der Mehrwertsteuer auf Medikamente wäre der richtige Weg zur Kostendämpfung

Von Frank Walenszus

Dieser Tage flattern den gesetzlich Versicherten Schreiben ihrer Krankenkassen in Haus. So lässt auch die DAK Unternehmen Leben ihre Mitglieder wissen, dass Millionen von Mitgliedern der gesetzlichen Krankenversicherung in diesem Jahr mehr Geld für ihre Gesundheit ausgeben müssen.

Weiter heißt es: Die Ausgaben für Ärzte und Krankenhäuser und Arzneimittel würden steigen. Lapidar heißt es in den Schreiben: „Die DAK als starker Partner für ihre Gesundheit zögert die notwendige Entscheidung nicht länger hinaus. Ab Februar 2010 erheben wir einen Zusatzbeitrag von acht Euro monatlich.“ Und damit das gleich festgeklopft wird, liegt dem Schreiben gleich eine Abbuchungsgenehmigung mit bei. Als Bonbon gibt es ein Gewinnspiel, wenn eine Einzugsermächtigung bis zum 15. März erteilt wird.

Es ist erstaunlich wie die gesetzlichen Krankenkassen in die Geldbörsen ihrer Versicherten greifen. Eine Senkung des Verwaltungsaufwandes oder eine Reduzierung der rund 360 Krankenkassen wäre der richtige Weg. Auch eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Medikamente wäre der richtige Weg. Allein im vergangenen Jahr habe der Staat jedoch 4,35 Milliarden Euro an den Medikamenten mit abkassiert. Der Zusatzbeitrag ist vermutlich erst der Anfang des sozialen Kahlschlages der von Gesundheitsminister Rößler (FDP) ins Auge gefassten neuen Gesundheitsreform.

Anstatt die Zahl der Krankenkassen mit ihrem unerhörten Verwaltungsaufwand zu reduzieren, nimmt man unbotmäßig wiederum die Schwächsten in die Pflicht. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs. Mit bis zu 36 Euro pro Monat können die Kassen den Versicherten zusätzlich belasten.


Freilich, die Weichen für diesen Wahnsinn sind viel früher gestellt worden. Schmidt hätte besser daran getan, die Verwaltungskosten der Kassen unter die Lupe zu nehmen. Laut der Neuen Allgemeinen gaben die gesetzlichen Krankenkassen 8,3 Milliarden Euro im Jahr 2008 dafür aus. 131 Millionen Euro wurden für Werbezwecke verschleudert. Für Ruhegehälter, Pensionen und Renten aus Zusatzversorgungen seien insgesamt 569 Millionen ausgegeben.

Die Verwaltungskosten werden weiter steigen. Die Kassen selbst machten die Rechnung auf, dass bis zu 1,5 Milliarden Euro der Einzug der Zusatzbeiträge kosten wird. Zumindest hat das die AOK errechnet. Der Wahnsinn wird auf die Spitze getrieben, indem die Zusatzbeiträge einzeln bei jedem Mitglied eingezogen werden. Folglich müsse, so die Neue Allgemeine, für jedes Mitglied ein eigenes Konto für rund 50 Millionen Mitglieder angelegt werden. Der Verwaltungsaufwand zum Einkassieren der acht Euro wird mit 2,50 Euro angegeben.


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