Der Euro und die Krise


Kommentar

Der Euro zeigt seine hässliche Seite

Zusammenlegung von mehreren Kranken in einem Zimmer ergibt noch keinen Gesunden


Von Frank Walenszus

Die Europäische Union gleicht einem Spital. Schwindsüchtige Mitgliedsländer sind bis über die Halskrause verschuldet, Deutschland inklusive. Griechenland, Portugal und Spanien sind ins Visier so genannter Ratingagenturen geraten und wurden in der Vertrauenswürdigkeit bei Staatsanleihen herabgestuft. Es ist nur eine Frage der Zeit bis weitere Kandidaten dem Sog folgen.. Da hilft auch der Hinweis von Finanzminister Schäuble nicht viel, der rät, man solle den Ratingagenturen nicht soviel Gewicht zumessen. Sie seien auch nur Player und somit nicht unabhängig und neutral.

Konnten Länder vor der Euroeinführung Staatsdefizite über die Abwertung ihrer nationalen Währungen dämpfen, ist das jetzt nicht mehr möglich. Der Euro verpasst den Ländern als gemeinsame Währung ein strenges Korsett. Der Euro zeigt seine hässliche Seite. Griechenland ist dafür ein besonderes Beispiel. Die Liquidität des Hellenen kann nicht über Kredite der EU wieder hergestellt werden. Mittlerweile hat sich der Finanzbedarf Griechenlands auf über 150 Milliarden Euro erhöht und ein Ende dieser Schreckensskala ist nicht abzusehen.

Hier hat sich die EU bei der Einführung des Euros in eine Zwickmühle begeben. Regularien für solche Notfälle wurden versäumt, oder bestehende Gesetze, die einVerbot von Staatshilfen zur Abwendung von Staatsbankrotten vorsahen, werden ignoriert. Der Größenwahn der Eurofanatiker hat jede vernünftige Kritik weggewischt.

Der jetzige Crash sollte Brüssel eigentlich zu denken geben, die Erweiterung der EU auf Eis zu legen und sich nicht weitere „arme Ritter“ ins Feldlager holen. Europa ist krank. Selbst wenn man mehrere Kranke in einen Zimmer legt, wird daraus nicht ein einziger Gesunder. Es ist nur eine Frage der Zeit bis Deutschland als europäische Milchkuh nur Blut abgibt.


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