Leiharbeit

Millionen an der Nabelschnur

Bundesregierung stützt Abzocke der Leiharbeiter durch Unternehmen

Von Frank Walenszus

Deutschland wird zunehmend zum Niedriglohnland. Der deutsche Staat befördert das. Rund 38 Millionen Euro hat die Bundesagentur für Arbeit allein im Monat Mai 2009 an Leiharbeitern gezahlt, deren Lohn nicht zum Leben reichte. Deutschland belegt in der Nettolohnentwicklung in der Europäischen Union eine schlappes Mittelfeld.

7,6 Millionen Menschen haben 2008 finanzielle Hilfen des Staates in Anspruch nehmen müssen. Rund jeder Elfte war somit auf Transferleistungen zum Lebensunterhalt angewiesen, während Unternehmensbosse Riesengewinne einfuhren. Leiharbeit als moderner Sklavenhandel, der vierte Stand in der Gesellschaft.

Darüber hinaus waren 50.800 ALG -II-Bezieher im Mai 2009 sozialversicherungspflichtig beschäftig, weitere 9100 ausschließlich geringfügig, so die Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Grünen-Fraktion im Bundestag. Damit waren mehr als zehn Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und 21,6 Prozent der geringfügig Beschäftigten auf staatliche Beihilfen angewiesen.

Nach Auskunft der Bundesregierung habe die Bundesagentur für Arbeit von Mai 2008 bis Mai 2009 rund 531 Millionen Euro zur Stützung unterbezahlter Arbeit in der Leiharbeitsbranche ausgegeben. Ein gesetzlich vorgeschriebener Mindestlohn könnte hier Abhilfe schaffen, so die Forderung der Gewerkschaft Verdi. Die Bundesregierung ist dagegen.



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Kommentare: 1
  • #1

    Bernd (Donnerstag, 11 August 2011 19:11)

    In erster Linie sehe ich es genauso, dass es Abzocke ist, aber wiederum andere habe erst als Leiharbeiter angefangen und dann eine Chance in Festeinstellung in dem Unternehmen bekommen, in dem man eingesetzt war. Es ist also alles teilweise etwas zwiegespaltet finde ich.