Flugplatz Altenburg


Kampfjets im Museum ganz friedlich

Einblick in sowjetische und deutsche Militärluftfahrttechnik im Museum am Flugplatz Leipzig-Altenburg – Vereinsfest am 6. Juni 2010


Von Frank Walenszus


Altenburg-Nobitz. Ein von der sowjetischen Armee streng gehütetes Geheimnis offenbart sich den Besuchern des Museums „Flugwelt“ nahe des Flugplatzes Altenburg-Nobitz. In akribischer Arbeit schuf der gemeinnützige Verein ein Museum der Fluggeschichte, das einen Einblick in die Geschichte des Flugplatzes ermöglicht. Hier starteten Agrarflugzeuge und dann die Jagdflugzeuge der MIG-Serie der sowjetischen Luftstreitkräfte in der DDR Gegründet wurde das Museum im Jahr 2005 und seit dem zieht es so manchen Luftfahrtinteressierten in seinen Bann. Heute starten vom Flugplatz Leipzig-Altenburg Passagiermaschine der Fluggesellschaft Ryanair nach London oder Spanien. Derzeit wird das Abfertigungsgebäude modernisiert.

Am 6. Juni 2010 lädt der Verein „Flugwelt Altenburg-Nobitz e.V. von 10 bis 18 Uhr zum Vereinsfest mit Hubschrauberrundflügen, Kunstflugvorführungen ab 14 Uhr mit einer YAK 55 ein. Präsent sein werden auch die Bundeswehr, Bundespolizei, Technisches Hilfswerk, Feuerwehr und Rotes Kreuz. Das Museum öffnet an diesem Tag seine Pforten. Ein Fest für die ganze Familie, denn auch die Kinder kommen mit einer bunten Veranstaltungspalette auf ihre Kosten. Die Eintrittspreise sind sehr moderat: Erwachsene zahlen vier Euro und Kinder von 9 bis 16 Jahre zwei Euro.

Die sowjetische MIG 21. (Foto: FW)
Die sowjetische MIG 21. (Foto: FW)

Was andere Museen wohl kaum zu bieten haben, hier kann der Besucher bis ins Detail am Original und am Modell die faszinierende Welt des Fliegens erleben. Doch nicht nur über das sowjetische Flugwesen wird anschaulich berichtet, sondern auch über die bittere Deutsche Geschichte vom II. Weltkrieg bis in die Gegenwart.

Dem Besucher werden die Ausstellungsstücke bis ins Detail durch Schautafeln in Wort und Bild erläutert. Katapultsitze der sowjetischen MIG sind zu sehen, Strahltriebwerke bis hin zur Ausrüstung der Kampfpiloten. Wer weiß schon, dass die Piloten auf ihrem Schleudersitz in Notfällen mit einer Geschwindigkeit von 130 Kilometern in der Stunde aus ihrem Jagdflugzeug katapultiert werden. Zu lesen ist auch von Abstürzen der MIG 21 und der F 114.

Der Seefernaufklärer der Bundesmarine Breguet Atlantic. (Foto: FW)
Der Seefernaufklärer der Bundesmarine Breguet Atlantic. (Foto: FW)

Ein besonderer Anziehungspunkt ist ein Seefernaufklärer der Bundesmarine. Er flog noch selbstständig bis zum Airport Altenburg und fand seine letzte Ruhestätte im Freigelände des Museums. Einer von den einst 14 Seefernaufklärern ist voraussichtlich noch bis Mitte 2010 im Marinefliegergeschwader 3 "Graf Zeppelin" in Nordholz im Einsatz. Diese 14 Aufklärer der Breguet-Atlantic-Serie wurden durch acht Flugzeuge der P-3C Orion-Klasse ersetzt. Bis zu 19 Mann Besatzung versahen in dem veralteten Luftfahrzeug ihren Dienst und lauschten in die Tiefen der Weltmeere nach feindlichen Unterwasserbooten.

Nicht einmal eine Blechbüchse, die irgendwo auf dem Meeresgrund lag, entging den Marinesoldaten. Luxus gab es an Bord nicht. Die Arbeitsplätze waren zweckmäßig und mit viel Elektronik versehen. In der mit Sicherheitsglas versehenen Rumpfspitze und an den Seiten des Flugzeuges saßen ebenfalls Beobachter, die den Überwasserbereich in Augenschein nahmen. Andere Aufklärer saßen an den sechs bis acht elektronischen Arbeitsplätzen im Rumpf des Aufklärers und spähten elektronisch in die Tiefen der Ozeane. Der Dienst erfolgte rund um die Uhr. "Dienstfreie" Soldaten schliefen in den Kojen, um sich für ihre Schicht fit zu machen. Eine kleine Bordküche diente der Versorgung der Besatzung.

Im unteren Bereich des Rumpfes befanden sich Abwurfeinrichtungen für Torpedos, Wasserbomben und Minen zur Bekämpfung von Unterwasser- und Überwasserzielen. Der schwarze „Pickel“ an der unteren Rumpfseite beherbergte das Radar zum Aufspüren des Gegners.

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Erreichbarkeit des Museums: Telefon 03447 515033; Fax 03447 515034

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