Frauenzentrum


Geh'n im Frauenzentrum die Lichter aus?

Mitgliederversammlung der Lichtensteiner Ortsgruppe - Wut und Ärger über die dfb-Landesspitze

Von Frank Walenszus

Lichtenstein. Das Frauenzentrum Lichtenstein am Altmarkt wird nach jetziger Information am 31. August 2010 dicht machen. Der Landesvorstand des demokratischen Frauenbundes (dfb) sieht keinen finanziellen Spielraum für eine Weiterführung der Einrichtung. Für 100 Frauen, die hier in Arbeitsgruppen das gesellschaftliche Leben in der Stadt bereichern, bedeutet es das Ende einer mehr als 17-jährigen erfolgreichen Arbeit. Für viele Frauen bricht damit ein wichtiger sozialer Halt weg. Acht Frauen, die im Frauenzentrum in von der ARGE finanzierten Maßnahmen einen Job fanden, droht der Weg in die erneute Arbeitslosigkeit. In einen Brief bekräftigte auch der Lichtensteiner Bürgermeister Wolfgang Sedner sein Unverständnis über das Vorgehen des dfb-Landesvorstandes.

Am Freitag, dem 13. August trafen sich 17 Uhr rund 60 Frauen in einer Mitgliederversammlung, um über den Erhalt ihres Zentrums zu beraten. Auslöser für diese Sondersitzung war die betriebsbedingte Kündigung der Leiterin des Lichtensteiner Frauenzentrums, Ute Hoch, zum 31. August. Der Landesverband des Frauenbundes begründet dies mit einer grassierenden Finanznot. Einem Angebot der Lichtensteiner Frauen für eine befristete Fortsetzung des Frauenzentrums verweigerte sich der Landesvorstand. Ein Konzept für den Tag Eins nach dem 31. August habe der Vorstand des Landesverbandes nicht. Die bisherige Chefin des Frauenzentrums solle doch nach ihrer Kündigung die Einrichtung ehrenamtlich weiter führen. Dabei hatte gerade das Frau Hoch als Kompromiss vorgeschlagen und eine Vorbereitungszeit für eine ehrenamtliche Führung des Zentrums bis Ende des Jahres als Voraussetzung gestellt, um dafür erforderliche Strukturen zu schaffen.

Die Ablehnung des Vorschlags brachte die Frauen in Widerspruch zum Landesvorstand und sie luden kurzerhand desse Vorsitzende Dr. Kieselstein und die Geschäführerin Frau Alisch zu ihrer Beratung in Lichtenstein ein. Nach Information von Kieselstein sei die Einrichtung nicht mehr finanzierbar. Der Verband sei insgesamt nahe an einer Insolvenz vorbeigeschlittert, aufgrund fehlender Zuschüsse aus den Kommunen. Man könne sich gerade noch zwei Monate über Wasser halten, dann sei die Insolvenz unaufhaltbar, falls kein neues Geld beschafft werden könne.

Wut und Enttäuschung machten sich unter den Frauen breit, warum ausgerechnet das Lichtensteiner Frauenzentrum geschlossen werden soll, das viel erfolgreicher tätig sei als die Hohenstein-Ernstthaler Einrichtung. Die zwei Einrichtungen sind miteinander verbunden. Die Frauen vermuten eine klare Benachteiligung der Lichtensteiner Einrichtung. Man wolle bewusst die Einrichtung in der Stadt im Grünen tot machen. Aus diesem Grund habe man vermutlich auch Projekte für das Lichtensteiner Frauenzentrums zugunsten der Hohenstein-Ernstthaler gestrichen.

Wie es in Lichtenstein weitergehen soll, war bis zum 25. August immer noch nicht klar, verlautete es aus dem Frauenzentrum. Einen Tag später sperrte man dem Frauenzentrum den Zugang zum Internet.

Aufgrund der betriebsbedingten Kündigung der Leiterin des Lichtensteiner Frauenzentrums steht nun dem Landesvorstand des dfb eine Kündigungsschutzklage ins Haus. Frau Hoch wollte sich jedoch dazu nicht äußern. Die Frauen fürchten jedoch, dass am 31. August im Frauenzentrum Lichtenstein die Lichter ausgehen. Freitag, der 13. hat wiederum seinen Ruf alle Ehre gemacht.


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