Monatsspruch August


Gedanken zum Monatsspruch August:

Jesus Christus spricht: Ihr urteilt, wie Menschen urteilen, ich urteile über keinen.
Johannes 8, 15

Urteilen setzt Verantwortung voraus

Von Frank Walenszus

Menschen sind mit ihrem Urteil schnell zur Hand. Sie urteilen oberflächlich, bewerten andere nach ihrem Aussehen, ihrem sozialen Stand, nach Besitz. Nur selten trifft jedoch das zu. So mancher handelt nach dem Grundsatz: Der erste Eindruck ist immer beste, danach wird es nur schlechter. Machen wir uns überhaupt die Mühe, Menschen richtig zu erkennen? Vorurteile prägen uns, resultierend aus eigenen schlechten Erfahrungen in der Berührung mit anderen Menschen. Tue nichts Gutes, dann widerfährt dir auch nichts Böses, ist oftmals das Motiv für Handeln oder Nichthandeln. Christen sind davon keineswegs ausgenommen.

Die Bibel berichtet davon an unzähligen Stellen. Jesus spricht: "Ihr richtet nach dem Fleische, ich richte niemand (Johannes 8, 15)." Aber gerade mit dieser Aussage haben wir ein Problem. Neudeutsch verstehen wir im Zusammenleben mit anderen, die Chemie muss stimmen. Ja, und wo die Chemie nicht stimmt? Da klammern wir andere aus, überschütten sie mit Vorurteilen und verurteilen sie.

Auch hier führt uns Jesus Christus unser Fehlurteil auf markanter Weise vor: Was siehst du den Splitter im Auge deines Bruders und den Balken im eigenen nicht. Entferne erst den Balken aus deinem Auge, ehe du den Splitter aus dem Auge deines Bruders entfernst.

Im Kapitel acht des Johannesevangeliums berichtet uns der Evangelist von einer Frau, die beim Ehebruch ertappt wurde. Schriftgelehrte und Pharisäer sagten zu Jesus: „Im Gesetze hat uns Moses befohlen, solche zu steinigen; was sagst du dazu (Johannes 8, 5)?"

Böses steckte hinter ihren Worten, sie wollten Jesus auf die Probe stellen. Nur mit einem einzigen Satz überführte sie Jesus Christus der Lüge ohne sie zu verurteilen: „Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als erster einen Stein auf sie (Johannes 8, 7)." Alle entfernten sich ohne ein Wort.

Wie gelingt es uns mit falschen Urteilen umzugehen? Da wird einer auf einer Versammlung von Dorfältesten lächerlich gemacht, weil seine Fragen unbequem sind. Man beurteilt ihn als Querulant, verbietet ihm das Wort, versetzt sich selbst in ein kollektives Beleidigtsein. Für die Dorfältesten war deren Macht im Augenblick Ratgeber des Urteils. Macht, auch wenn sie noch so gering ist, ist ein unguter Richter, nimmt anderen die Würde und gebiert neues Unrecht.

Jesus Christus spricht: "Ihr urteilt, wie Menschen urteilen, ich urteile über keinen."


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