Schwerter zu Pflugscharen und Spieße zu Sicheln

Gedanken zu einem Bibel-Spruch:

Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Denn es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen.
Jesaja 2,4

Die weißen Tauben sind müde

Repro: Frank Walenszus
Repro: Frank Walenszus

Von Frank Walenszus

Eine Botschaft der Bibel, die Mut macht. Freilich, Frieden ist eine uralte Sehnsucht der Menschheit, die nie Realität wurde. Die weißen Tauben sind müde. Gerade die noch lebenden Kriegskinder werden sich mit Schrecken an den Zweiten Weltkrieg erinnern. Doch auch heute noch sterben tausende Menschen in Afrika, Asien und sogar in Europa im Namen des Friedens. Dank sei Gott, dass wir in Deutschland 65 Jahre in Frieden leben können. Was heißt Frieden? Ist das nur die Abwesenheit von Krieg?

Nein, die Welt kennt den wahren Frieden nicht. Wie soll sie ihn auch kennen in einer Welt, in der Satan und die Sünde regieren. Frieden ist weit mehr als nur die Abwesenheit von Krieg. Wie kann man dann aber Frieden finden? Die Bibel sagt in Hiob 22, 21: „So vertrage dich nun mit Gott und mache Frieden; daraus wird dir viel Gutes kommen.“ Ein solcher Frieden meint, dass man mit Gott alles ins reine bringt. Der Heilige Paulus sagt in seinem Brief an die Gemeinde in Rom (5, 1): „Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus.“

Aber auch das spricht Jesus Christus: „Denkt nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert!“ (Mt.,10, 34) Doch damit meint er keineswegs Waffengewalt und Krieg, denn weiter sagt Jesus: „Ich bin gekommen, um den Sohn mit seinem Vater zu entzweien, die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter; die eigenen Angehörigen werden zu Feinden.“ (Mt. 10,35.36)

Für uns bedeutet das: Jetzt, wo in der Welt das Böse herrscht, ist die unvermeidliche Folge unseres Bekenntnisses zum Heiland der Welt eine „Entzweiung“. Wer zu Jesus Christus steht, erfährt heute mehr denn je „Krieg“ statt Frieden – und darf dennoch den Frieden des Christus in seinem Herzen regieren lassen (Koll.3,15).

Als ich unlängst in meinen Unterlagen wieder kramte, fiel mir eine Briefmarke in die Hände. Ich hatte die Marke mit einem Nennwert von 40 Kopeken von einem Brief gelöst, den mir mein sowjetischer Brieffreund vor zig Jahren geschrieben hatte, Sie zeigt das Abbild einer Bronzeskulptur, die die Sowjetunion 1959 den Vereinten Nationen schenkte – einen heroischen Mann, der ein Schwert zur Pflugschar umschmiedet. Die Briefmarke wurde nur wenig später in der DDR verboten. Die Botschaft, Schwerter zu Pflugscharen, wurde dennoch zu einer großen Friedensbewegung in der DDR.


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