Bibel-Zitat


Gedanken zum Bibel-Zitat:


"Wachet und betet, dass ihr nicht in Anfechtung fallt!" (Matthäus, 26,41)



Frei sein für das, was kommt

Von Frank Walenszus

Wachen und beten, das sind doch zwei miteinander unvereinbare Dinge, die man nur schwer unter einem Hut bekommt. Selbst die Jünger von Jesus schafften das nicht, als er sich zum Gebet vor dem Abend als er verraten wurde zurück zog. Er bat seine Jünger zu wachen und als er vom Gebet zu ihnen kam, fand er sie schlafend vor. Die Bibel berichtet darüber. Aus heutiger Sicht scheinbar eine Nebensache und doch wird sie zum zentralen Punkt, denn mit wachen ist nicht das Nichtschlafen gemeint, sondern die Aufforderung, sich dem Evangelium Jesu Christi nicht zu verschließen oder sich auf Irrwegen verleiten zu lassen.

Wachet und betet, dass ihr nicht in Anfechtung fallt! Jesus Christus wusste wohl um die Schwachheit der Menschen und um die Anfechtungen des weltlichen Lebens. Das Gebet als Wächter den Anfechtungen widerstehen zu können. Wir benötigen das Gebet für die enge Beziehung zu Jesus Christus. Der Herr gibt uns aus dem Gebet die Kraft, den Blick nicht für das Wesentliche zu verlieren.

Paulus schreibt in seinem Brief an die Gemeinde in Kollossä 4,2-3: Lasst nicht nach im Beten, werdet nicht müde darin und tut es immer mit Dank! Betet dabei auch für uns, dass Gott uns eine Tür öffnet für seine Botschaft. Wir sollen ja das Geheimnis bekannt machen, das in Christus beschlossen ist."

Und dennoch, die Anfechtungen sind allgegenwärtig, mit denen uns der Satan umschmeichelt. Es gibt Situationen im Leben, da falle ich in Anfechtungen und möchte mich lieber nicht festlegen und ich ertappe mich mit der Bitte an unseren Herrn: Ach, lass doch diesen Kelch an mir vorüber gehen. Wachen und Beten, das sind nicht zwei sich ausschließende Dinge. Sie sind Aufforderung dem Glamour der Welt zu widerstehen. Sich nicht in den Sog hineinziehen zu lassen und dem Freudentaumel des Hier, Jetzt und Heute zu verfallen. Wachet und Betet, denn ihr wisst nicht wann der Herr kommt.

Wir sollen bereit und frei sein für das, was kommt. Wenn wir in Not sind, fällt uns das Beten nicht schwer, wie Jona im Bauch des Walfisches, wie die kinderlose Hanna im Tempel, wie die drei Männer im Feuerofen. Und oft haben sie dann erlebt, dass ihre Standhaftigkeit belohnt wurde – dass Rettung kam, dass das Leben neu geworden ist. So leben wir in der Hoffnung, dass Jesus Christus unser Leben heil und neu werden lässt, ganz anders, als wir uns vorstellen können – und dass wir es schaffen, Anfechtungen zu widerstehen.

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