Tag des offenen Denkmals

Dörfliche Idylle inmitten Berlins

Bockwindmühle öffnet sich den Neugierigen - Erntedankfest lockt Tausende nach Alt-Marzahn

Berlin. Mehr als 7500 Denkmale öffneten am vergangenen Wochenende. Rund 4,2 Millionen Besucher nutzen die Gelegenheit sich mit dem Erbe und der Gegenwart von Denkmalen in Deutschland vertraut zu machen. Im Erzgebirgskreis waren es 57 Denkmale, die sich den Wissensdurstigen öffneten.

Im Berliner Stadtbezirk Marzahn-Hellersdorf kamen tausende Besucher, um die noch in Betrieb befindlichen Bockwindmühle zu besichtigen aber auch gleichzeitig bei einem Erntedankfest vergnügliche Stunden zu erleben. Bekannt ist die Mühle auch als älteste Hochzeitsmühle Berlin-Brandenburgs. Hier kann man sich standesamtlich trauen lassen und seine erste Mahlzeit als frischgebackenes Ehepaar einnehmen. 1997 fand hier die erste Mühlenhochzeit in Berlin-Brandenburg statt.

Mehr als 250.000 Gäste ließen sich schon von der romantischen Atmosphäre der alten und funktionsfähigen Technik bezaubern und machten sich mit der recht eigenwilligen Welt der Müller vertraut. Wohl jedem ist da als bleibende Erinnerung der alter Müllerspruch mit auf dem Weg gegeben: "Ein Mühlstein ist wie eine Menschenherz - wo beides nichts zu reiben hat, wird beides selbst zerrieben."

Die noch produzierende Mühle vermag bis zu 1000 Kilogramm Mehl pro Tag herzustellen. Die Produkte reichen von Roggen-, Dinkel- bis Weizenvollkornmehl. Speziell für eine Berliner Bäckerei wird in der Mühle Roggenvollkornmehl produziert. Mit einem Flügeldurchmesser von 20,5 Metern und einem Bockgewicht von sieben Tonnen aus französischer Eiche hat die Mühle eine Antriebsleistung von acht bis zwölf Kilowatt.

Der technische Zustand der Mühle entspricht dem Standard der Zeit um 1900. Mit Windkraft wird auf einem Mühlsteinpaar mit 1,4 Meter Durchmesser geschrotet und auf einem doppelten Sechskantsichter erfolgt dann die Trennung der Produkte. Mit einem zweiten, elektrisch angetriebenen Mahlwerk wird Mehl, Grieß und Schrot durch ein Becherwerk mechanisch im Materialkreislauf bewegt. Um eine gleichmäßige Backfähigkeit des Mehls zu erreichen, erhält es vor dem Abwiegen in einer Mischmaschine seine endgültige Zusammensetzung.



6,5 Millionen Katzen schmusen mit Herrchen oder Frauchen

Samtpfötchen sind die beliebtesten Haustiere in Singlehaushalten

Das ist der Lieblingsplatz von Lilli in meinem Arbeitszimmer. (Foto: FW)
Das ist der Lieblingsplatz von Lilli in meinem Arbeitszimmer. (Foto: FW)

Wie das open-PR-portal informiert, ist seit Anfang 2008 die Anzahl der Singlehaushalte in Deutschland, in denen Katzen leben, auf ca. 6,5 Millionen angestiegen. Der Siegeszug der Stubentiger ist unaufhaltsam. Immer mehr Menschen leben in ihrer Wohnung allein und nehmen eine oder mehrere Katzen auf, weiß open-PR. Die Samtpfötchen können, anders als ein Hund, den Tag über allein sein, brauchen nicht Gassigehen und sind auch zufrieden damit, nur in der Wohnung zu leben, wenn sie es gewohnt sind. Psychologen sagen ihnen sogar eine ausgleichende Wirkung für gestresste Seelen nach. (FW)


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Wenn die Liebe zum Partner erkaltet

169800 Ehescheidungen im Jahr 2013 – Im Freistaat Sachsen waren es rund 7100



Von Frank Walenszus

Mann und Frau, so scheint es, gehen immer öfter getrennte Wege. Wie das statistische Bundesamt jüngst informiert, wurden im Jahr 2013 in Deutschland rund 169.800 Ehen geschieden, das waren 5,2 % weniger als 2012. 169.800 Paare revidierten damit ihr Ja im Standesamt vor den Scheidungsrichtern. Damit ist erstmals seit Jahren ein leichter Rückgang gescheiterter Ehen zu verzeichnen. Laut Bundesamt wurden 2008 von 1000 Ehen elf geschieden im Jahr 1993 seien es nur acht von 1000 Ehen gewesen. Während von 1992 bis 2003 die Zahl der Trennungen von 135.000 auf 214.000 gestiegen war, kehrte sich in den Jahren 2004 bis 2007 dieser Trend um. In den ostdeutschen Ländern wurden dem gegenüber in den Jahren 1992 bis 1996 nur wenige Ehen geschieden.

Bei 54,2 Prozent der Scheidungen ging die Initiative von der Frau aus. Nur 37,2 Prozent aller Scheidungsklagen stellte der Mann. In den übrigen Fällten wurden beide Partner aktiv. Das kritische Jahr, so entnimmt man der Statistik des Bundesamtes ist nicht, wie verbreitet angenommen, das verflixte siebte Jahr. Als kritisches Jahr erwies sich 2008 das 14 Jahr des Zusammenlebens der Paare. Von den Ehescheidungen waren immerhin 150.200 minderjährige Kinder betroffen.

Im Freistaat Sachsen stieg die Zahl der Ehescheidungen von 2194 im Jahr 1991 auf 7715 Trennungen im Jahr 2008. Im Jahr 2012 wurden 7104 Ehen von den 30 sächsischen Familiengerichten geschieden, nach Angaben des Statistischen Landesamtes waren das 0,6 Prozent bzw. 42 Ehen weniger als im Jahr zuvor. Die meisten Ehen wurden zwischen dem 4. und 8. sowie im 20. Ehejahr geschieden. Eine Zunahme von Single-Haushalten registrierte man dennoch im Freistaat. Die Zahl der Kinder in den Haushalten ist rückläufig.


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Menschsein beginnt bereits vor der Geburt

Verein Kaleb Westerzgebirge Sosa hilft Schwangeren bei der Konfliktbewältigung



Von Frank Walenszus

2927 Babys erblickten im vergangenen Jahr im Erzgebirgskreis das Licht der Welt. Zu wenig befinden Agnes und Reiner Weigel vom Verein Kaleb Westerzgebirge Sosa angesichts der Abtreibungen im Freistaat Sachsen von 6199 lebensfähigen Babys. Kaleb hat es sich zur Aufgabe gemacht Leben zu bewahren und schwangeren Frauen zu helfen. Er ist die erste Lebensrechtsbewegung in Ostdeutschland.

Die katholische und die evangelische Kirche führte gemeinsam mit Kaleb eine Woche für das Leben durch. Motto: „Von Anfang an uns anvertraut – Menschsein beginnt vor der Geburt". Nach Angaben des Statistischen Landesamts wurden 2008 im Freistaat rund 33.900 Kinder geboren – 6199 Babys hätten es mehr sein können. Sie wurden im Mutterleib durch Abtreibung getötet, 154 weniger als im Jahr zuvor, doch jedes getötete Baby ist eines zu viel.

Der Verein Kaleb Westerzgebirge sieht deshalb keine Trendwende. Im Freistaat wurden seit 2002 laut Statistischem Landesamt insgesamt 45941 Schwangerschaften abgebrochen, 11530 mehr als im Jahr 2008 Kinder geboren wurden. „Diese Zahlen sind verheerend. Wo bleibt da der Aufschrei auch in Sachsen", fragen Agnes und Reiner Weigel. „Dem Werteverfall in der Gesellschaft, in der Sexualität nur noch ein Spaß- und Lustfaktor ist, wollen wir christliche Werte wie Liebe und Partnerschaft entgegensetzen."

Die Verantwortung des Mannes für das neue Leben werde zunehmend ausgeblendet, ist sich Agnes Weigel sicher. Das bewirke einen hohen seelischen Druck auf die Schwangere. Keinesfalls will der Verein Frauen, die abtreiben, anprangern. Ziel sei es, ihnen bei der Lösung von Konflikten im Zusammenhang mit der Schwangerschaft zu helfen. Bereits zuvor müsse jedoch tiefgründig über Sexualität, Partnerschaft und Schwangerschaft aufgeklärt werden.

Der Verein bietet zudem Frauen nach einem Schwangerschaftsabbruch Hilfe an. „In unserem Land müssen das Mutter- und Vatersein sowie die Ehe wieder aufgewertet werden als ein Schutzraum für Schwangere", fordert Reiner Weigel. Die Einnahme der Pille zum Abbruch der Schwangerschaft bis zur sechsten Woche bewirke zudem, dass viele Frauen seelisch erkranken. „Erst später wird es ihnen bewusst, dass sie selbst Hand an ihr Kind gelegt haben", weiß Agnes Weigel. „Sie bedürfen dann für lange Zeit psychologischer Betreuung."

Immerhin würden laut soziologischen Erhebungen 70 Prozent der Frauen nach einem Abbruch darunter leiden. Der Verein berät zwar Schwangere, lehnt es aber ab, sogenannte Beratungsscheine als Voraussetzung für einen straffreien Schwangerschaftsabbruch auszustellen. „Deshalb erhält er keine Fördermittel und finanziert sich ausschließlich durch Spenden und Leistungen der Mitglieder.

Reiner Weigel: „Unsere Beratung erfolgt ehrenamtlich, wertneutral und ergebnisoffen." Nimmt man die Abtreibungen allein des Jahres 2008 zum Maßstab, müssten in Schulen des Freistaats in rund 250 Klassenzimmern auf jedem Platz vermerkt sein: „Ich wollte hier lernen, doch man nahm mir das Leben", beschreiben es Agnes und Reiner Weigel.

Laut Statistischem Bundesamt wurden im vergangenen Jahr rund 675 000 Kinder in Deutschland geboren. Das waren 1,1 Prozent weniger als im Vorjahr, als etwa 683 000 Neugeborene das Licht der Welt erblickten. Die Zahl der Abtreibungen ging im vergangenen Jahr in Deutschland um 2387 auf rund 114 500 zurück. Deutschlandweit würden täglich durchschnittlich mehr als 325 Babys durch Abtreibung getötet.

Bei 40 Prozent der Frauen, die abtrieben, habe es sich um eine Erstlingsgeburt gehandelt. Mehr als 97 Prozent aller Kindestötungen im Mutterleib wurden nach der Beratung vorgenommen. Knapp die Hälfte der angehenden Mütter war ledig und rund 45 Prozent verheiratet. Nur knapp drei Prozent der Abbrüche waren medizinisch begründet. In den Jahren seit der Neuregelung des Strafgesetzbuch-Paragrafen 218 sind laut Statistischem Bundesamt rund 1,5 Millionen Kinder vor der Geburt getötet wurden.

Von den minderjährigen Mädchen waren fast ausschließlich (99,7 Prozent) ledig und der überwiegende Teil (98,6 Prozent) hatte vor dem Schwangerschaftsabbruch noch keine Kinder geboren. Allerdings gaben 1,4 Prozent der Betroffenen an, bereits ein Kind zur Welt gebracht zu haben.

Insgesamt wurde in 47,8 Prozent aller Fälle die Schwangerschaft vor der achten Schwangerschaftswoche abgebrochen, bei den unter 18-Jährigen betrug der Anteil 41,8 Prozent. Der Anteil der Abbrüche in der achten bis einschließlich zwölften Woche betrug an der Gesamtzahl der Fälle 50,2 Prozent, bei Minderjährigen wurden jedoch in diesem Zeitraum 57,5 Prozent der Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen. Insgesamt wurden damit 98 Prozent aller Abbrüche bis einschließlich zur zwölften Schwangerschaftswoche vorgenommen, bei den Minderjährigen waren es 99,3 Prozent der Fälle. Die durchschnittliche Schwangerschaftsdauer liegt bei den unter 18-Jährigen bei 8,1 Wochen und damit um 0,2 Wochen höher als in der Gesamtzahl der Fälle, bei denen die durchschnittliche Dauer bei 7,9 Wochen liegt.

Der Anteil der Minderjährigen an allen Schwangeren, die 2008 in Deutschland einen Abbruch vornehmen ließen, liegt bei 4,7 Prozent. Diese Zahl war 2008 mit 5.347 Abtreibungen rückläufig, das ist ein Minus von 13,4 Prozent und damit 828 Fälle weniger als im Vorjahr, doch immer noch zu hoch. Laut Statistischen Bundesamt erhöhte sich die Zahl der Sterbefälle im vergangenen Jahr um 20 000 gegenüber 2007 auf 844 000. Damit wurden 2008 rund 169 000 weniger Kinder geboren als Menschen verstarben. 2007 lag die rechnerische Lücke zwischen Neugeborenen und Verstorbenen bei 141 000 ohne die Abtreibungen von 114 500 Neugeborenen in Deutschland wäre diese Bilanz weniger negativ ausgefallen.


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